Phasen

Phase 1

Nach einem schneearmen Winter fällt in den Monaten April und Mai überdurchschnittlich viel Niederschlag, auch auf den Bergen oberhalb von 2.000 bis 2.500 m. Auf den Gletschern liegt dadurch viel Schnee, die Böden in den Tälern und mittleren Höhen sowie im Alpenvorland werden wiederholt durchfeuchtet.

Die Pegelstände vieler Abflüsse führen viel Schmelz- und Regenwasser. Die Grundwasserspiegel und die Bodensättigung sind hoch. Dies passiert ohne gröbere Auswirkungen, da die Intensität und Dosierung der Niederschläge nicht außergewöhnlich ist, aber die Gesamtmengen über längere Zeit bereits beträchtlich sind.

Phase 2

Im Juni folgt dann eine erste massive Warmfront die an der gesamten Alpennordseite zu ergiebigen und intensiven Regenschauern führt. Dabei regnet es bis bis zu einer Höhe von 2300 m und im Hochgebirge fällt viel Schnee. Als Folge kommt es vereinzelt zu Muren und zu einer ersten Hochwasserwelle.

Phase 3

Nach einigen trockenen Tagen geht das Hochwasser rasch zurück. Danach folgt eine kräftige Kaltfront mit kurzen, aber intensiven Platzregen und heftigen Gewittern. Es entstehen kleinräumige Überflutungen lokaler Bäche und Gerinne und zahlreiche Keller werden überflutet. 

Durch die zuvor erfolgte hohe Durchfeuchtung des Bodens bewirken die kleinräumigen Gewitterregen zahlreiche Muren und Verklausungen. Viele Straßen werden vermurt und sind vorübergehend unpassierbar. Einige Verkehrswege müssen längerfristig gesperrt werden, da die Fahrbahn unterspült oder weggerissen wird. 

Im Bereich einer natürlichen Engstelle (Pass Lueg) zwischen zwei Gebirsgstöcken kommt es als Folge des wiederholten Regens zu einem Bergsturz, der die Bundesstraße, die Eisenbahn und auch die Autobahn blockiert und den Salzachfluß aufstaut. 

Sämtliche Einsatzkräfte sind zu diesem Zeitpunkt bereits gebunden und nach den vielen Einsätzen seit der Phase 2 geschwächt.

Phase 4

Der Höhepunkt der Katastrophensituation folgt etwa eine Woche nach dem ersten Hochwasserereignis. Eine neuerliche Warmfront bringt wieder sehr viel Regen auch in sehr großen Höhen. Durch die großen Wassermengen die auch aus den höheren Bereichen kommen, entsteht ein extremes und sehr großräumiges Hochwasser, welches mehrere Bundesländer betrifft. 

Erschwert wird die Situation durch die bereits vorhandenen erheblichen Einschränkungen (Muren, Verklausungen, Felsstutz, etc.) die in den vergangen Wochen entstanden sind. Im Bereich des Pass Lueg führt der Druck der aufgestauten Wässer auf den durch den Steinschlag entstandenen Wall zu einem Bruch und löst eine massive Hochwasserwelle aus.

Die Hochwasserwelle im Zusammenspiel mit Murabgängen, Steinschlägen etc. führt zu schweren Schäden im Transport-, Energie-, Gewerbe- und Industrie-, Gesundheits- und Grundversorgungsbereich in den betroffenen Gebieten und in der Stadt Salzburg.

Die nationalen Einsatzorganisationen der Feuerwehr, des Roten Kreuzes und der Wasserrettung wurden von der Katastrophenschutzbehörde des Landes Salzburg mobilisiert und sind zur Abwehr und Bekämpfung der verschiedenen lokalen Katastrophen bereits eingesetzt. Die Kapazitäten der nationalen Kräfte sind erschöpft und die Katastrophe kann nicht mehr ohne Unterstützung internationaler Kräfte bewältigt werden.