Evaluierung

Das Fachgebiet des Krisenmanagements entwickelte sich in letzter Zeit zu einem eigenen Berufszweig mit immer höheren professionellen Ansprüchen. Eine wichtige Komponente ist dabei eine gründliche Auswertung der durchgeführten Übungen in Notfallbereitschaft und Katastrophenschutzeinsätzen. Bisher wurde dem praktischen Teil dieser Übungen die größte Aufmerksamkeit geschenkt, um die Wahrnehmung und die Mechanismen der Aufgaben zu verbessern: wurden die richtigen Entscheidungen gefällt, wie groß war der Zeitaufwand etc.?

Weniger Aufmerksamkeit wurde dem administrativen, planungstechnischen Abschnitt der Katastrophenschutzübung geschenkt. Die Qualität der Planung übt jedoch einen entscheidenden Einfluss auf das Resultat der praktischen Übung aus. Daher wird bei der internationalen Katastrophenschutzübung EU Taranis 2013 nun erhöhte Aufmerksamkeit der Qualität der Planungsarbeit, dem Prozess der Evaluierung und der Professionalität der Evaluatoren selbst geschenkt.

Eine kritische Beobachtung, eine methodische Auswertung des Planungsabschnitts und ein abschließender Bericht mit Verbesserungsvorschlägen sind von größtem Wert und Nutzen. Erst mit entsprechenden Rückmeldungen und Reflexionen kann aus der praktischen Ausführung einer Katastrophenschutzübung gelernt werden. Sowohl die besten Verfahrungsmethoden, also auch diverse Schwachpunkte im Planungsprozess sollen dabei erkannt werden. Eine Voraussetzung für das Gelingen dieses Prozesses ist eine allgemeine Zielsetzung mit klar strukturieren Unterzielen.

Um als Evaluator mit einer professionellen Qualität arbeiten zu können, benötigt man außer Fachkenntnissen und dementsprechender Erfahrung, auch die Fähigkeiten gut observieren und eine detaillierte Berichterstattung in Wort und Schrift verfassen zu können. Die folgende Haltung zeichnet einen professionellen Evaluatoren aus: Respekt, Autorität, Macht und die Fähigkeit der Konfliktbewältigung. Dazu benötigt man gute Menschenkenntnisse und Erfahrung im Umgang und in der Führung von Menschen.